Ein Trauma entsteht, wenn ein Mensch eine Situation erlebt, die so überwältigend oder bedrohlich ist, dass das eigene Nervensystem sie nicht mehr bewältigen kann. Der Körper schaltet dann in einen Zustand der Starre, ähnlich einem Totstellreflex. In diesem Moment versucht der Organismus, sich durch Erstarren zu schützen, weil Kampf oder Flucht nicht mehr möglich erscheinen.
Solche Erfahrungen können sehr unterschiedlich sein. Dazu gehören etwa das Erleben von Verlassenwerden oder Zurückweisung, körperliche, emotionale oder sexuelle Grenzverletzungen, Entwicklungstraumata in der Kindheit, Vernachlässigung durch Bezugspersonen, aber auch Naturkatastrophen oder andere erschütternde Ereignisse, die von Menschen verursacht wurden.
Menschen, die solche Erfahrungen gemacht haben, tragen oft ein tiefes Gefühl von Bedrohung in sich. Dieses Gefühl kann sich im Körper zeigen, etwa durch Anspannung, Unruhe oder plötzliche Angstzustände, auch wenn aktuell keine Gefahr besteht. Die Quelle dieses Gefühls kann von außen kommen, etwa durch bestimmte Situationen oder Menschen, oder von innen, durch Erinnerungen, Körperempfindungen oder Gefühle, die an das Erlebte erinnern.